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Wies'n Special 2011
- Details
- Kategorie: Special
- Veröffentlicht am Freitag, 16. September 2011 23:13
- Geschrieben von cp
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Alljährlich kehrt Sie wieder, die Zeit des zünftigen Großgruppen-Biertrinkens, des sich die Beine in den Bauch stehens um noch letzte Plätze zu ergattern und des interkulturellen Austausches mit zumeist nicht (mehr) deutbaren Zeichen und Lauten.
Doch mal ganz ehrlich, irgendwas hat das Münchner Oktoberfest doch tatsächlich, sonst würden wir uns nicht jedes Jahr auf Neue der Deutschlandweit einzigartigen Preistreiberei und dem beispiellosen Gedränge aussetzen? Worin dieses fast schon massochistische Verhalten Begründet liegt, muss letztenendes jeder für sich selbst entscheiden. Eine Vermutung liegt in der Einzigartigkeit der Veranstaltung und der Tatsache, dass man(n) endlich mal wieder den tiefsten und ältesten Trieben des menschlichen Seins fröhnen kann und hierbei in der Masse nicht einmal mehr auffällt: Fortpflanzungs-, Ernährungs- und Jagdtrieb in neuzeitlicher Perfektion vereint. Eigentlich ist es ungerecht, da erfahrungsgemäß das schönere Geschlecht dem stärkeren oftmals in und vor den Festzelten in nichts nach steht.Damit sich dieses Erlebnis auch für Sie möglichst angenehm zeigt, haben wir für Sie einige Tips vorbereitet:
Wies'n Mode 2011
Im Trend sind insbesondere Beerenfarben wie Lila, Violett, Weinrot und knallige Grüntöne, auch deren Kombinationen auf Dirndl und Schürze. Bei den Herren tut's auch ein lila-karriertes Hemd, für hellhäutigere Festzeltcasanovas sollte dann doch eher zum blasseren Grün gegriffen werden.
Wettertechnisch war das Wetter die letzen Jahre eigentlich immer überwiegend mild und trocken. Soll heißen: Wer nicht unbedingt nach jedem Besuch neue Oberbekleidung kaufen will, weil der Tischnachbar mal wieder seinen Maßkruginhalt (oder Anderes...) auf die Jacke entleert hat, oder diese zum x-ten Male auf den nicht mehr appetitlichen Boden gefallen ist, sollte auf pflegeleichte und dunkle Kleidung setzen oder alles Unnötige gleich weglassen. In den Zelten ist es klimatisch tropenähnlich, da braucht's eh koa Jaggn net. Und man sieht viel weniger von den wichtigsten zwei Argumenten für Dirndl überhaupt!
Wer in letzter Minute noch eine passende Ausstattung sucht, findet z.B. in der Fürstenfelder Straße oder am Rindermarkt in München mehrere Trachten-Shops in allen Preisklassen. Aber Vorsicht: Echte Schnäppchen findet man zu dieser Jahreszeit nicht wirklich mehr.
Bierpreis
Wir haben es geschafft, PROST! Lag der Bierpreis für einen Litet helles Oktoberfestbier 2010 noch bei im Schnitt 8,70 €, sind diesmal erstmalig über 9 € fällig (+ 4%). Traurige Spitzenreiter sind hierbei das Schottenhamel, Löwenbräu-Festhalle und die Schützen-Festhalle mit 9,20 € pro Liter "Hopfenkaltschale". Die günstigste Maß gibts bei Burtscher (8,70 €)
Schleife - verdammt, wo muss die nochmal hin?
Schürzenschleife links bedeutet, die Trägerin ist nicht liiert/ist für Flirtversuche offen. Schleife rechts (wie der Ehering in Deutschland) heißt "ich bin vergeben" bzw. ich bin nicht an Flirtversuchen interessiert. Der Schleife vorne am Bauch wird die Bedeutung Jungfräulichkeit nachgesagt, während die Schleife über dem Po entweder zu einer Witwe gehört oder daran liegt, dass man soeben die Bedienung angemacht hat...
Wies'n Barometer
Ein nettes Tool für Oktoberfestneulinge ist das Wies'n-Barometer. Eine prognostizierte und auf den Vorjahren basierte Hochrechnung über die Auslastung der Festzelte, die das ausdrücken sollen, wash schon jeder weiß: Am Wochenende extrem voll, unter der Woche nur sehr voll. Aber im Ernst: Insbesondere an den Montagen um die Mittagszeit lassen sich für kleine Gruppen immer mal Plätze finden. Feiertage und das 2. Wochenende ("Italiener-Wochenende") meiden, es sei denn, man hats gern kuschelig. Hier gibt's das Barometer http://www.muenchen.de/veranstaltungen/oktoberfest/besucher-service/wiesnbarometer.html
Festzelte
Am ehesten lassen sich Promis im Hippodrom oder Käfer Festzelt treffen, dafür herrscht hier auch das größte Einlassproblem. Sehr beliebt auch unter jungen Gästen sind das Schottenhamel, das Schützen-Festzelt und das Hacker-Pschorr, wo gerne auch mal etwas "rockigere" Musik gespielt wird. Urig und besonders für die Münchner attraktiv ist die Augustiner-Festhalle mit dem vermutlichen besten Bier. Kulinarische Leckerbissen und von Allem etwas findet man - auch wenn in anderen Zelten oftmals bereits nichts mehr geht - in der sehr großen Festhalle der Ochsenbraterei, direkt gegenüber der Rolltreppen zur S-Bahn Theresienwiese. Hier ist eine gute Übersicht über alle Zelte zu finden http://www.oktoberfest.de/de/ressort/gro%C3%9Fe+Zelte/.
Reservierungen sind vereinzelt und stark begrenzt noch zu den Mittagswiesen möglich. Für Plätze zum Abend hin, wird es aber schwer. Hier hilft nur früh da sein (am Wochenende vor 9 Uhr, unter der Woche auch etwas später) um sich noch im nicht reservierbaren Teil (Mittelschiff) den ein oder anderen Tisch zu sichern
Davon sollten Sie absehen
- vergessen der Bedienung anfangs Trinkgeld zu geben
- Verzehrgutscheine, Bändchen und Reservierungen andersweitig als von den autorisierten Betreibern zu kaufen viele Fälschungen etc.)
- sich an (Not-)Ausgängen, oder Türen wo eh kein Einlass ist anstellen (Beschilderung beachten)
- sich beim Rauchen in den Zelten erwischen lassen
- nach kurzzeitigem Verlassen des Zeltes auf Wiedereinlass hoffen (Privateigentum immer mitnehmen)
- nach einer deutlichen Absage weiterhin am Rockzipfel der netten Tischnachbarin hängen
- auf den angrenzenden Hängen und Böschungen einschlafen und ausgeraubt aufwachen
- zu wenig zu essen und dabei viel zu viel zu trinken
- keinen Spaß zu haben und stumm rumzusitzen
- Maß wie in "Hase" auszusprechen. Richtig: Wie in "Lasso"

